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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


10.08.2007 
Lat 54° 18,804' N      Lon 010° 08,123' E
Sieben Seemeilen von Laboe bis Kiel
N-NE 3-4, Schauer- und Gewitterböen

Es ist um 0200 und der Skipper leigt in seinen Träumen, als er von einem Feuermelder aus dem Schlaf gerissen wird... schnell was anziehen und raus aus seiner Kabine. Die Kajütentür von Heinz und Jürgen ist schon offen und Jürgen versucht sich am Feuermelder...

Der Skipper bemerkt die Hitze in der Kajüte von Heinz und Jürgen sowie die hohe Luftfeuchtigkeit - es kommt ihm fast wie in der Sauna nach einem frischen Aufguss vor - und alle Luken sind geschlossen! Kein Wunder, als Feuermelder hätte der Skipper auch ausgelöst. Schnell die Batterie raus genommen und Ruhe ist wieder im Schiff. Heinz und Jürgen öffnen ein Luk und alle legen sich wieder hin.

Kurz vor acht: der Skipper sitzt am Navitisch, Philipp geht zum Gäste-WC und hat so einen komischen Dauergrinser im Gesicht, den der Skipper weder auf diesem Törn noch beim Törn im letzten Jahr jemals bei Philipp sah... Eine ganz andere Ausstrahlung hat der junge Mann!

Kurze Zeit später sind alle hoch; Solli und Bernd haben in der Nacht nichts vom Feuermelder gehört - Ohrstöpsel ?! und Heinz versucht es, auf die schwache Batterie zu schieben... Eine komische Stimmung liegt in der Luft... ein bißchen Wehmut, Stolz auf die 608 gemeinsamen Seemeilen von Stockholm nach Kiel, ein bißchen ...

Es nützt alles nix: wir laufen um 1100 aus und um 1230 queren wir die Hörnbrücke und kurz drauf sind wir wieder am Willy-Brandt-Ufer in der Kieler Hörn - Anthana s Heimathafen - fest. Alle nehmen den Zug um 1415 - die Bahn streikt doch nicht - und der Bahnhof ist ja gleich nebenan. Danke an alle.


09.08.2007 
Lat 54° 24,043' N      Lon 010° 12,769' E
Der Bart muss ab - das Ende der Segelreise naht
NE-N um 3, E-drehend, strichweise diesig, See 0,5m.

Solli wollte unbedingt den Sonnenaufgang sehen - erster Versuch 0405: noch dunkel, zweiter Versuch 0500: Sonne hinter Land, Augen wieder zu, dritter Versuch 0600: Sonne blitzt hinter einer Wolke hervor, eigentlich zu spät für den Sonnenaufgang, aber nun egal, auf zum Morgenbad am Strand.

Da sie eh schon nass ist, taucht sie im Hafen auch gleich noch bis zur Logge (drei Versuche) und befreit sie von den Seepocken.

Um 1000 - wir sind kurz vor dem Auslaufen - beobachten wir eine auslaufende SUN Odyssee 35 unter deutscher Flagge, die sich mit unverminderter Fahrt zwischen Heckdalben und der Yacht TAKE FIVE quetscht bzw. rammt - es rummst gewaltg! Der Skipper hat wohl nicht aufgepasst, setzt zurück, dreht sich prüfend um, seine Frau auch... sie erblicken uns nicht, wie wir sie beobachten und dampfen mit voller Kraft voraus aus dem Hafen...

Wir laufen um 1015 aus, Solli steuert uns aus dem Hafen und Fahrwasser, während der Skipper die Logge neu kalibriert - Solli hat ganze Arbeit geleistet und der Impeller der Logge läuft nun schneller als vorher...

Bei Winden um NE mit 2-3 Beaufort setzen wir bei der O-Tonne die Segel und nehmen mit westlichen Kursen den letzten größeren Törn in Angriff - Philipp als Rudergänger braucht heute nur 2 Finger - keine versetzende Welle... später überholen wir u.a. die besagte SUN Odyssee 35 - Skipper und Frau winken freundlich.

Auch alle anderen Yachten, ob mit Gennaker oder Spinnaker überholen wir, obwohl wir nur mit Genua und Groß segeln.

In der Kieler Außenförde uns fallen zwei neue Sperrgebiete auf.

In der Schilkseer Bucht bergen wir die Segel und machen um 1645 längseits in Baltic Bay fest.

Später kündigt sich Andrea an und der Skipper macht sich schnell zum Duschen nebst Rasieren auf - hat er doch zu Beginn des Törns den anderen das Seemannsgarn, das Mann sich während eines Törns nicht rasieren darf, aufgetischt und muss nun als erster...

Abends lecker Essen und Trinken in der Tapas-Bar Buena Vista - anschließend geht der Skipper in die Koje während sich Solli und Philipp über dem Skipper verlustieren...


08.08.2007 
Lat 54° 22,673' N      Lon 010° 59,020' E
schwachwindiger Segeltörn von Gedser nach Heiligenhafen
NE 4, strichweise diesig, vereinzelt Gewitterböen, See 0,5 m.

Wir laufen um 1000 aus. Das Motoren bis zum ENde des Fahrwassers nutzen wir zum Fender putzen. Außerdem stellen wir fest, dass die Logge von Seegras oder Muscheln zugesetzt ist - manchmal hilft Rückwärstfahren - heute nicht... schauen wir mal...

AM ENde des Fahrwassers setzen wir die Segel, die uns mit dem deutlcih schwächeren WInd (als vorhergesagt) leider nicht viel Fahrt bringen. Beim viel befahrenen Kiel-Ostsee-Weg haben wir nur noch 1 Beaufort aus NE und motoren eine dreiviertel Stunde. Dann haben wir wieder Wind - Motor aus - Segel hoch. Das Spielchen Wind - kein WInd wiederholt sich heute mehrfach...

Auch den Fehmarnsund müssen wir dann unter Motor bewältigen und wieder haben wir ein nicht gerade seltenen Phänomen des Fehmarnsundes: bisher kam der Wind aus NE-E und kurz nach dem Fehmarnsund kommt er aus W - also genau entgegengesetzt. ABer immerhin in segelbarer Stärke, so dass wir den Motor wieder ausschalten können und bis zur O-Tonne vor dem Fahrwasser Heiligenhafen segeln können.

Dort bergen wir die Segel und der Skipper erklärt das Anlegemanöver in einer Box mit Heckpfählen. So wie erklärt machen wir dann um 1800 am Steg 12 in einer Box fest.


07.08.2007 
Lat 54° 34,823' N      Lon 011° 55,285' E
Schneller Segeltörn von Klintholm nach Gedser
SE 3-4, E-drehend, etwas abnehmend, See 0,5 - 1 m - so heißt es für Belte und Sund und für die westliche Ostsee E-liche WInde 3-4, vorübergehend 4-5.

Unser Nachbar will zwischen 0900 und 0930 auslaufen und wir wollen uns nicht extra verholen, also legen wir kurz vor 0900 ab.

Gestern abend konnten wir die schönen Kreidefelsen von Möns Klint gegen die Abendsonne nicht so recht genießen - heute planen wir nur einen kurzen Törn um die 35 sm und nehmen uns die Zeit für einen Umweg und kreuzen uns um Blaekes Flak zu den Kreidefelsen - dies kostet uns nur 7 sm - rund 1 Stunde.

Danach steuern wir mit raumen Kursen Gedser an bzw. die Südwestecke vom Gedser Rev. Philipp will sich mal wieder als Rudergänger erproben doch nach 1 Stunde hat ihn die achterliche Welle erschöpft.

Der Wind nimmt immer mehr zu und mit Vollzeug überschreiten wir immer öfter die 9 knoten-Grenze. Nach der Südtonne Gedser Rev gehen wir auf westliche kurss, später auf NW. Bei der W-Tonne südlich vom Fahrwasser Gedser bergen wir die Segel, lassen eine bevorrechtigte Fähre aus dem Fahrwasser und motoren bis in den Yachthafen Gedser, wo wir am Stegkopf ablandig bei nunmehr 5-6 Beaufort festmachen.

Unser in der Schweiz lebende Däne Niels will noch seine Familie besuchen und macht sich auf zum Bahnhof.


06.08.2007 
Lat 54° 57,248' N      Lon 012° 27,768' E
Segeln mit dem Parasail bei bis zu 5 Beaufort
SE - S 3-4 (Belte und Sund bis 5), See 0,5 - 1m.

In der Stadt (Ystad) von Kommissar Walender kaufen wir morgens unsere schwedische Gastlandflagge und laufen um 1030 aus. Bei östlichen Winden mit 1-2 Beaufort versuchen wir kurzfristig mit Groß und Genua voranzukommen. Nach einer halben Stunde geben wir diesen Versuch auf, bergen beide Segel und bereiten unter Motor alles für das Parasail vor. Als wir diesen Spezial-Spinnaker setzen haben wir immerhin fast durchgehend 2 Beaufort...

Zunächst kommen wir nur mit 3,5 - 4,5 knoten voran - manchmal gibt es dreier Böen und wir werden für diesen Zeitraum ein bißchen schneller. Gegen 1330 kommt von Osten die Norwegian Dream auf - wir beobachten geraume Zeit ihren Kollisionskurs (mit dem unsrigen). ALs sie noch gut 2 sm hinter uns ist, ruft der Skipper sie mit Namen und Rufzeichen auf Kanal 16. Beim zweiten Anruf antwortet sie und der Skipper bittet sie, aufgrund des Kollisionskurses ihren Kurs zu ändern. Hörbar angefressen wird die Kursänderung bestätigt und tatsächlich auch durchgeführt, so dass wir auf unserem Kurs bleiben können.

Nachmittasg frischt der Wind dann immer weiter auf, erst kontinuierlich 3, dann 4 und zuletzt am Abend sogar 5 Beaufort, die uns unter Parasail auf bis zu 9,7 knoten auf unserem raumen Kurs beschleunigen. Mit der richtigen Technik läßt sich ca. 2 sm südlich von Klintholm das Parasail trotz des starken Windes relativ leicht bergen und wir bereiten anschließend das Hafenmanöver vor. Gegen 2000, nach rund 56 sm, machen wir an einem Stegkopf und einer andern Yacht fest.


05.08.2007 
Lat 55° 25,550' N      Lon 013° 48,887' E
Segeltörn von Bornholm nach Ystad mit zwischenzeitlichem Badespaß
SW um 3, langsam S-SE drehend und zunehmend 4, See 0,5 m - das ganze bei schönstem Sonnenschein, es verspricht wieder ein perfekter Segeltag zu werden.

Es ist Sonntag - also lang ausschlafen und Jürgen kauft erst bei Brugsen ein und versucht frische Brötchen zu bekommen - Fehlanzeige. Thomas hat auch dem Weg zum Marineshop 100 m hinter Brugsen einen Bäcker gesehen, also geht Jürgen noch mal los und kommt mit Brötchen und dänischen Kuchenstücken wieder.

Um 1100 laufen wir dann endlich aus - wieder durch die schmale Hafenbeckenzufahrt - da ein Motorboot auch noch steuerbordseitig in der Zufahrt liegt bleiben backbord und steuerbord jeweils ca. 1m - Hauptsache es kommt kein Seitenwind... Der Skipper läßt die Fender hängen und stellt 2 Mitsegler zum manuellen Ausfendern mit den großen Kugelfendern für den Fall der Fälle ab. Beim langsamen Vorbeigleiten am Motorboot verfängt sich eine der Fenderleinen an einer Klampe vom Motorboot - keine Berührungen der Yachten - nur ein Fenderauge des betroffenen Fenders reißt aus und der Fender liegt in der EInfahrt. Geistesgegenwärtig rettet Niels ihn mit einem Bootshaken. Auch alles andere ist OK und weiter geht es aus dem Hafen.

Nach dem Klarieren der Yacht haben wir immer noch keinen Wind und Niels schlägt eine Badepause vor - was alle Mitsegler freudig annehmen. Alle bis auf Jürgen und den Skipper gehen in das angeblich 14 Grad C warme Wasser. Solli, Bernd und Philipp lassen sich am Festmacher sogar bis zu 5 knoten hinterherziehen. EIn zweiter Versuch mit bis zu 6 knoten scheitert...

Dann alles wieder raus aus dem Wasser und Kurs Nord, damit wir Wind bekommen. EIne Stunde nach dem Auslaufen können wir dann endlich die Segel setzen und laufen relativ hoch am WInd, der zunächst aus südlichen Richtungen kommt. Schließlich müssen wir das Verkehrstrennungsgebiet Bornholmsgatt rechtweisend queren und werden dadurch zwangsweise nach Norden laufen müssen.

Mitten im VTG (allgemeine Verkehrsrichtung NE) weichen wir einem Frachter aus - alle anderen passen genau - schön, dass wir das AIS haben - ca. 20 große Maschinenfahrzeuge kreuzen unseren Kurs. Nach rechtweisender Querung des VTG segeln wir wieder auf westsüdwestlichem Kurs, um am schwedischen Schießgebiet vorbei zu kommen.

WIr segeln mit über 7 knoten und diskutieren die Möglichkeiten Kopenhagen doch noch zu erreichen... Wind bleibt, Wachwechsel und die Hundewache in 2 Wachen teilen... In rund 2 Stunden müssen wir entscheiden.

Der WInd schläft in diesen 2 Stunden ein und wir müssen nach längerer Diskussion Kopenhagen aufgeben und wenden uns Ystad zu. Nach 48 sm (insgesamt 424 sm seit Stockholm) machen wir gegen 1930 bei der Southern Cross im Päckchen fest und legen aufgrund der Kürze der Southern Cross 2 Landleinen. Der Auflauf war schon beim Segeln vorbereitet und kann schnell nach dem ANlegen gegessen werden. Wieder mal ein großes Lob an die Smutjes Heinz und Bernd.

Und der Skipper soll Barbara liebe Grüße ausrichten!


04.08.2007 
Lat 55° 14,874' N      Lon 014° 50,249' E
Philipp hat Geburtstag und segelt von Utklippan nach Bornholm mit
NW 4, Westteil anfangs 5, W-SW-drehend, abnehmend 2-3, See 1m.

Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung und vor lauter Freude über den Beginn seines 26.ten Lebensjahres springt Philipp in das 12,1 Grad C warme Hafenbecken. Ganze 5 Sekunden bleibt er drin und atmet tief durch. Kruz drauf erscheint Solli im Badeanzug, beschwert sich, dass Philipp sie nicht weckte und stößt ihn wieder rein und springt selbst hinterher...

Auch dem Skipper bleibt eine Dusche nicht ersprart. Nach dem Auslaufen (Leeseite des Hafens) und setzen der Segel stellt er fest, dass die Rollreffleine sich um die Furlex gewickelt hat und nicht in die Trommel hinein - so 5-6 Törns sind außen drum gewickelt. Dies kann zu einem Problem beim Segelbergen werden. Was bleibt: der Skipper muss nach vorn - gut gesichert am Lifebelt, sitzt im Bug und wird von einer Welle nach der anderen überschüttet - alle Klamotten sind durch bis auf die Haut...

Um 0855 sind wir ausgelaufen und versuchen so hoch wie möglich am Wind zu segeln um bei der vorhergesagten Winddrehung schon möglichst viel Höhe gen Westen gut gemacht zu haben. Entweder soll es Skillinge oder Bornholm werden. Jürgen wünscht sich Rönne auf Bornholm... schauen wir mal...

Die Sonne lacht den ganzen Tag, nur die Luft ist kalt, doch wir kommen bei 3-4 Beaufort gut voran. Um 1200 weicht uns sogar ganz von allein ein Frachter aus... sehr vorbildlich und leider doch selten! AUs einem ursprünglichen Kurs von 240 Grad sind mittlerweile 200 Grad geworden und wir zielen auf Bornholm - Rönne wäre dann aber wohl doch zu weit, weil es auf der Westküste liegt und wir dann doch noch zu viel kreuzen müssten.

Alle anderen Segelyachten, die mit uns mitlaufen sind nur noch in der Ferne zu erkennen und haben darüberhinaus viel mehr Höhe als wir verloren - weil sie gleich Bornholm ansteuerten und aufgrund der Winddrehung den Kurs nicht mehr halten können.

Um 1450 passieren wir das Sperrgebiet NW-lich von Christiansö, der Insel nordöstlich von Bornholm. Eine Stunde später sind wir kurz vor Melsted, der dem Skipper aber als Hafen nicht zusagt. So kreuzen wir uns noch rund 2 Stunden hoch nach Tejn, laufen dort das enge Ostbecken an und liegen im Päckchen mit Marion...


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